Zwei Tage auf dem Gommer Höhenweg

besucht Ende Juli 2018

Oh ich höre es schon wieder plätschern. Das muss bereits der nächste Bach sein. Losrennen, nichts wie rein! Was für eine Wohltat bei diesen warmen Temperaturen. Zum Glück mangelt es hier an abkühlenden Badegelegenheiten überhaupt nicht! Aber jetzt muss ich euch natürlich zuerst erklären, was ich mit ‘hier’ überhaupt meine, wo wir uns gerade befinden.

2 Tage unterwegs auf dem Gommer Höhenweg.
Ich freue mich über jede Abkühlung.

Ein Höhenweg, der seinem Namen alle Ehre macht

Wir sind im Goms! Wisst ihr noch, da waren wir schon im Winter (Link zum Bericht). Aber jetzt ist von Winter keine Spur mehr, im Gegenteil, es ist sommerlich warm, und natürlich ist Wandern angesagt. Da schlägt mein Hundewanderherz doch gleich viel höher. Und weil Herrchen und Frauchen mir verraten, dass wir wieder zwei Tage unterwegs sein werden, bin ich ganz aus dem Häuschen. Ja der Gommer Höhenweg, diese Idee haben Herrchen und Frauchen bei unserem letzten Besuch aufgeschnappt. Ein Höhenweg, hoch über dem alpinen Hochtal Obergoms, stets auf der Sonnenseite verlaufend.

Schon nach kurzer Wanderstrecke haben wir die Höhe erreicht.
Ein wunderbarer Ausblick hinunter ins Tal begleitet uns stets.
Walliser Idylle zum Ersten…
…und zum Zweiten.
Schmale Wege führen uns dem Hang entlang.
Aber es gibt auch grosse Wiesen, um rumzurennen.

Wir starten unsere Tour zuoberst im Wallis, in Oberwald. Der Start ist nicht zu übersehen. Ab dem ersten Wegweiser ist der Gommer Höhenweg stets auf den Wandertafeln zu finden. Kaum haben wir die Wanderhöhe erreicht, wird der Charakter des Höhenwegs sofort ersichtlich: Dieser bewegt sich stets auf einer Höhe zwischen etwa 1400 und 1800 Metern und schlängelt da sanft dem Hang entlang. Er verläuft vielfach über schmale Weid- und Waldpfade und Blumen übersäte Wiesen. Immer wieder bieten sich schattige Abschnitte, so dass ich trotz den sommerlichen Temperaturen zu meinen wohlverdienten Verschnaufpausen komme.

Die Blumenwiesen laden richtiggehend zum Rumtoben ein.
Stets im Blickfeld: Die beeindruckenden Kulisse der Walliser Berge.

Ein Erlebnis für alle Sinne

In regelmässigen Abständen zieht sich der Höhenweg in tiefe, wilde Seitentäler, die passiert werden müssen. Das gefällt mir besonders gut. Denn ich lerne schnell: Immer zuhinterst in diesen Tälern donnert ein kleinerer oder grösserer Bach ins Tal hinunter. Was wiederum Trinken, Baden und Abkühlen für mich bedeutet. Wandern ist schon herrlich, nicht wahr? Wohlverstanden: Herrchen und Frauchen passieren die Bäche natürlich über die jeweilige Brücke.

Hinten im Tal erwartet uns die nächste Erfrischung.
Das geniesse ich so richtig.
Planschen tut extrem gut bei warmen Temperaturen.
Erfrischt und abgekühlt geht es weiter auf dem Gommer Höhenweg.

Was besonders auffällt, sind die herrlich duftenden Lärchenwälder. Immer wieder kommen uns intensive Duftwolken entgegen und lassen uns tief einatmen. Und von Zeit zu Zeit rieche ich da gar ein Murmeltierchen. Aber davon wollen Herrchen und Frauchen nichts wissen, die meinen, ich solle dieses Schnüffeln lieber sein lassen und doch lieber den schönen Ausblick auf die Walliser Alpen geniessen. Da geb ich ihnen ja eigentlich schon recht…

Schade könnt ihr diesen Lärchenduft nicht riechen.
Immer bestens beschildert: der Gommer Höhenweg.

Übernachtung im idyllischen Reckingen

Als Übernachtungsort haben sich meine Menschen das Hotel Blinnenhorn in Reckingen ausgesucht. Ein einfaches, gutes und zentral gelegenes Wanderhotel, das abends auch leckere Hausmannskost und regionale Gerichte anbietet. Genau das, was das Wanderherz sich nach einem erfolgreichen Wandertag wünscht. Aber ich sag euch was: Als Erstes angesteuert haben Herrchen und Frauchen etwas ganz anderes. Ihr glaubt ja kaum, wie die sich bereits von Weitem auf den Volg in Reckingen gefreut haben, um ein kühles Getränk einzukaufen. Ich weiss gar nicht was die haben, die vielen Bergbäche waren doch so erfrischend… Für Verpflegungsnachschub ist also auf jeden Fall gesorgt. Reckingen ist ein ursprüngliches, malerisches, kleines Dörfchen, welches sich perfekt anbietet, um auf einem kurzen Abendspaziergang erkundet zu werden und so tief ins Goms einzutauchen.

Ursprüngliches Reckingen.
Viele Details sind besonders liebevoll gestaltet.
Was für eine Stimmung am Abend.

2. Etappe nach Bellwald

Auch am zweiten Tag setzen sich die Eindrücke vom ersten Tag fort. Diese authentische Natur fasziniert uns wirklich. Und von der atemberaubenden Aussicht auf das Panorama der Walliser Alpen können wir sowieso kaum genug kriegen. Die mächtigen, oftmals noch schneebedeckten Berge zieren stets den Horizont, egal wohin man schaut. Heute passieren wir gar eine bediente Rastmöglichkeit, die Walibach-Hütte. Herrchen und Frauchen sind sich einig, und ich gebe auch freudig wedelnd meine Zustimmung: Das ist Genusswandern auf höchstem Niveau. Die Auszeichnung mit dem Gütesiegel ‘Premium Wanderweg’ des deutschen Wanderinstituts ist keinesfalls unverdient.

Am Endziel Bellwald angekommen, fällt mir erst jetzt auf, dass ich ja wieder mal Asphalt unter meinen Pfötchen hab. Der ganze restliche Weg war nämlich ohne Hartbelag, nur Wald- und Wiesenwege. Ich glaub deswegen hab ich noch so viel Energie und könnte noch ewig weiterlaufen. Diese Möglichkeit gibt es sogar. Denn entweder wandert man 40 weitere Minuten zu Fuss von Bellwald ins Tal nach Fürgangen, oder aber man wählt den gemütlichen Weg und lässt sich von der kleinen Luftseilbahn in wenigen Minuten hinunter gondeln. Von der Talstation Fürgangen gelangt man mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn an jeden beliebigen Ausgangspunkt im Obergoms zurück.

Auch heute erwartet uns wieder viel Natur.
Auch der Blick in die Berge bleibt uns stets erhalten.
Immer diese Fotopausen…Hauptsache ich hab mein Plätzchen im Schatten.
Weiter geht’s über saftige Wiesen.
Und vorbei an grossen Blumenfeldern.
Der Blick ins Tal darf natürlich auch nicht fehlen.
Der Gommer Höhenweg ist echt schön zu erwandern.
Angelangt am Endziel Bellwald.
Ein richtig idyllisches Bergdörfchen.

Für jeden Geschmack etwas: Viele Kombinationsmöglichkeiten oder Pauschalangebot

Von Oberwald nach Bellwald war jetzt die Variante, die Herrchen und Frauchen gewählt haben. Ich weiss aber, dass der Gommer Höhenweg auch in umgekehrter Richtung begangen werden kann. Bezüglich Höhendifferenz und Wanderzeit gibt es da kaum Unterschiede. Oder aber man kann auch ein anderes Dorf für die Übernachtung wählen oder eine zusätzliche Übernachtung einplanen, je nachdem, wie lange die Tagesetappen sein sollen. Jedes der Dörfchen im Obergoms ist innert ca. 30 Minuten ab dem Höhenweg zu erreichen, auch ist jedes Örtchen an die Bahnverbindung angeschlossen. Es gibt also unzählige Kombinationsmöglichkeiten. Zudem gibt es gar ein Pauschalangebot mit 3 Übernachtungen und Gepäcktransport, an welchem verschiedene Hotels teilnehmen. Den individuellen Vorlieben sind also kaum Grenzen gesetzt.

Und wer gerne campiert und noch ein oder mehrere Campingtage anhängen möchten, dem empfehlen wir den Forest Lodge Camping in Oberwald: klein, idyllisch, inmitten der Berge, und garantiert nicht überlaufen!

Camping macht genau so Spass wie Wandern.
Mehr Platz geht kaum.
Frühmorgendlicher Kaffee zur Stärkung – wunderbar.
Ich hoffe wir gehen bald wieder campen…
So ein Wochenende macht einem wirklich zufrieden.

 

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Fellnasen-Fazit: Ich sag euch, das Wandern im Goms ist noch ein richtiger Geheimtipp. Die meisten meiner Fellnase-Freunde waren jedenfalls noch nicht da. Ganz unabhängig davon, ob es jetzt eine Zweitageswanderung wie der Gommer Höhenweg oder eine Tageswanderung im schönen Hochtal sein soll, die Ruhe und Beschaulichkeit wird einem gewiss sein.

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Beschreibung kompakt

  • Ausgangspunkt: Oberwald
  • Endpunkt: Bellwald
  • Eckpunkte: Oberwald – Reckingen – Bellwald
  • Höhendifferenz: Oberwald – Reckingen, ca. 750 Hm / Reckingen – Bellwald, ca. 850 Hm
  • Distanz: Oberwald – Reckingen, ca. 17 km / Reckingen – Bellwald, ca. 15 km
  • Verpflegung: Oberwald – Reckingen: nur an Ausgangs- und Endpunkt
    Reckingen – Bellwald : Walibachhütte, Ausgangs- und Endpunkt
  • Unterkunft: Hotel Blinnenhorn, Reckingen
  • Anforderung: Trittsicherheit, gutes Schuhwerk, Verpflegung, T2-T3

Nützliche Links

Umfassende Informationen über das gesamte Tal:
www.obergoms.ch

Übersicht über den Gommer Höhenweg, insbesonde auch Informationen zum Gepäcktransport:
www.gommer-hoehenweg.ch

Hotel Blinnenhorn in Reckingen, gemütliches Wanderhotel mit guter Hausmannskost:
www.blinnenhorn.ch

Camping Forest Lodge in Oberwald:
https://www.forest-lodge.ch/

 

4 Antworten auf „Zwei Tage auf dem Gommer Höhenweg“

  1. Schöner Bericht meiner alten „Heimat“. Bellwald kenne ich von 10 Jahren Skiferien (und ab und zu im Sommer) in meiner Kindheit.

    Tolle Fotos (vor allem Rekingen im Abendlicht, der „herbstliche“ Waldboden mit Tannzapfen und natürlich Rocky in allen Varianten ;-)).

    Jaja, das Goms ist immer eine Reise wert und liegt ja gar nicht so weit weg!

    Viele Grüsse
    Marie-Cécile

    1. Herzlichen Dank liebe Marie-Cécile! Wir waren zum ersten Mal im Sommer im Goms, aber bestimmt nicht zum letzten Mal 😉 Herzliche Grüsse von uns drei

  2. Wieder ein sehr toller Artikel: da kommt einfach jede Fellnase ins Wanderfieber 🙂 Dort in der Gegend waren wir noch nie, doch es scheint sich ja wirklich zu lohnen.
    Die Fotos sind auch wunderschön. Den verlinkten Campingplatz habe ich mir ja letztens schon notiert. Sieht sehr einladend aus dort.
    Liebe Grüsse von Caro und Jamiro

    1. Hallo ihr Zwei, vielen lieben Dank für das positive Feedback 🙂 Ja die Region können wir wirklich wärmstens empfehlen, es gibt so viele schöne Wandermöglichkeiten dort. Und eben, einen ruhigen Campingplatz 😉
      Liebe Grüsse, Sandra und Rocky

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