Wanderung zur Älggialp, dem Mittelpunkt der Schweiz

besucht Ende September 2018

So kurz nach dem Start einer Wanderung hat Herrchen noch selten bereits den ersten ausgedehnten Fotohalt eingelegt. Nein, diesmal bin nicht ich das gefragte Fotomodell. Vielmehr steht die Natur im Vordergrund…

Bis vor einigen Sekunden liefen wir im dicken Nebel. Dieser beginnt sich nun langsam aufzulösen und gibt den Blick auf die sich dahinter verbergende Umgebung frei. Doch kaum schaut man hin, ist das soeben erhaschte nebelfreie Fenster wieder weitergezogen, und ein neues zeigt sein Gesicht. Dieses sich stetig fortsetzende Spiel ist für meine Menschen ein wunderbares Naturspektakel. Tja, so muss ich mich halt ein wenig gedulden, ehe es weiter geht. Aber ihr wisst ja, Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke…

Langsam verziehen sich die letzten Nebelschwaden.
Was für ein tolles Naturschauspiel, diese Nebelformationen.

Auftakt in der Stöckalp

Aber von Anfang an: Gestartet sind wir in der Stöckalp, wo sich auch bestens bei der Gondelbahn-Talstation parkieren lässt. Ein kurzes Stückchen gehen wir von da aus der Strasse entlang, ehe wir in den Stockwald abzweigen und in diesem langsam bergauf steigen. Und genau da findet dann eben auch der erwähnte Fotostopp statt. Kurz danach passieren wir das Chlisterli, wo sich eine kleine weisse Kapelle befindet, welche an den heiligen Bruder Klaus erinnert.

Stetig geht es weiter im Wald bergauf, entlang einer Schlucht, der Innenbach wird mehrmals überquert. Das gefällt mir natürlich, denn das bedeutet für mich jedes Mal eine kleine Trinkgelegenheit und ein kurzes Planschabenteuer. Oberhalb der Baumgrenze verläuft der Weg quer über Wiesen, bis hinauf auf die Passhöhe Bachegg. Hier oben setzt sich das Naturschauspiel des Nebels ein weiteres Mal fort. Er geht, er kommt, ehe er uns die wunderschöne Panoramasicht vollkommen geniessen lässt. Nun sichtbar ist auch die Aelggialp, der geografische Mittelpunkt der Schweiz. Das Kennzeichen dafür ist ein eingezäunter Triangulationspunkt mitten auf der weiten Hochebene.

Noch hat die Sonne den Kampf nicht gewonnen.
Auf der Bachegg sind wir nun knapp über der Nebelgrenze.
Ein Blick hinunter auf den Nebel…
Schön, den Nebel von oben zu betrachten.
Dieses Sonnenbad habe ich mir wohl verdient.

Mittagsrast am Seefeldsee

Von der Aelggialp aus führt eine Alpstrasse zum Seefeldsee. Was für ein herrlich idyllisches Plätzchen für eine Mittagsrast! Diesen Moment lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Während Mittagsrast für Herrchen und Frauchen Brot, Fleisch und Käse bedeutet, so ist es für mich ein freudiges, wildes Plantschen im Seefeldsee. Ein Blick rechts hinauf oberhalb des Sees, lässt sich der weiterführende Weg in der südlichen Geröllhalde bereits bestens erkennen. Es ist ein guter Weg, welcher quer durch die losen, aber fest getretenen Steine führt, hoch hinauf bis auf den Seefeld-Grat. Von da oben sieht man, welch wunderschöne Form der Seefeldsee wirklich hat: eine Herzform!

Mittagsrast? Jetzt schon?
Der wunderschön idyllische Seefeldsee bei der Älggialp.
Wie immer beobachte ich die Umgebung genaustens.
Ganz schön bequem hier.
Hey, bekomme ich auch ein kleines Häppchen?
So in etwa könnte die ‚typische Schweiz‘ aussehen, nicht?
Auf dem Aufstieg durch die Geröllhalde.
Seht ihr die Herzform des Sees?
Was für ein Ausblick auf dem Seefeldgrat!

Über grosse Felsbrocken hoch zum Abgschütz

Nur eines sieht man nicht: den weiteren Wegverlauf. Zu unserer Linken scheint es nämlich nur eine riesige Felswand zu geben. Undenkbar, dass hier die Fortsetzung des Wanderwegs verborgen sein soll. Nach ein paar hundert Metern und nach dem Passieren einer Felsflanke werden wir aber problemlos, auch dank der stets guten Markierung, fündig. Hier soll es also fast senkrecht hinauf gehen. Das sieht ja mehr nach klettern als wandern aus. So ist es aber nicht, wie sich schnell zeigt. Zwar muss man hie und da kurz über ein paar grosse Felsbrocken hochkraxeln. Aber für mich als Vierbeiner ist das überhaupt gar kein Problem, auch für Herrchen und Frauchen nicht, und für alle Fälle sind diese Stellen gut gesichert mit Seilen und Ketten. Zusammenfassend kann man sagen: anspruchsvoll, aber mühelos. Oben auf dem Abgschütz angelangt, bietet sich uns nicht nur eine wunderbare Fernsicht, sondern auch der Blick auf die Seite der Melchsee Frutt, unser heutiges Ziel.

Da soll es irgendwo weitergehen?
Also für mich war der Aufstieg easy…
Schon geschafft und auf dem Abgschütz angelangt.
Eine wunderbare Rundsicht!

Schlusspunkt Melchsee Frutt

Auf einem Zickzackweg geht es nun abwärts über Kuhweiden und Wiesen, vorbei am Blauseeli bis hin zum Melchsee. Das Tagesziel ist erreicht. Nun ab in die Gondel und wieder retour zum Ausgangspunkt, in die Stöckalp. Bevor man dies tut, legen Herrchen und Frauchen aber allen ans Herz, kurz innezuhalten und sich einen kleinen Apéro auf der Terrasse der Frutt Lodge zu gönnen. Die unmittelbare Sicht auf den Melchsee und die sich am Horizont zeigenden Alpen ist nämlich einfach unübertrefflich. Und ich sag’s euch: Der Holzboden der Terrasse ist schön gemütlich, da lässt es sich schon ganz gut erholen für’s Erste.

Der Melchsee und die Melchsee-Frutt. Erspäht ihr mich?

Beschreibung kompakt

Distanz: ca. 14 km
Auf-/Abstiege: ca. 1’450 Hm /  ca. 600 Hm
Reine Laufzeit: ca. 5 ½ h

Nützliche Links

Informationen zur Älggialp:
https://www.aelggialp.ch/

Berggasthaus Älggialp:
http://aelggialp.info/

Frutt Lodge & Spa:
https://www.fruttlodge.ch/

Informationen zur Gondelbahn:
https://www.melchsee-frutt.ch/

 

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