Sportliche Wintertage im Engadin

besucht Ende Februar 2018

Goms oder Engadin? Diese Frage scheint Herrchen und Frauchen nun schon seit längerer Zeit zu beschäftigen. Anscheinend ist sich die Langlaufszene uneins, welches nun DAS Langlaufmekka in der Schweiz ist.

Das Goms kennen wir ja bereits, da waren wir anfangs dieses Jahres (Link Goms). Jetzt wollen es meine Menschen wissen, es geht nämlich für ein verlängertes Wochenende ins Engadin nach St. Moritz. Hmm, irgendwie habe ich die Gegend optisch etwas anders in Erinnerung. Zumindest was das Farbliche angeht. Waren im Herbst die Hänge mit goldenen Lärchen beschmückt (Link Engadin im Herbst), ist nun alles tief verschneit in einem weissen Winterkleid. Beeindruckend ist dieses südliche Hochtal der Alpen nach wie vor: Man sagt dem Oberengadin ja nach, es sei sonnenverwöhnt und schneesicher. Herrchen und Frauchen finden, das sei eine super Kombination. Und ich kann euch jetzt schon sagen, das wird sich bestätigen.

Wunderbare Wintertage erwarten uns im Engadin
Schnee hat’s in Hülle und Fülle

Ein dichtes und abwechslungsreiches Loipennetz

Herrchen und Frauchen diskutieren lange, wo sie denn ihre erste Runde starten sollen. Bei 230 Loipenkilometern hat man wirklich die Qual der Wahl. Das Loipennetz reicht von Maloja bis nach Zernez, alles miteinander verbunden. Sie entscheiden sich für die Langlaufloipen über die gefrorenen Seen (Maloja, Sils, Silvaplana, St. Moritz). So etwas hat man ja nicht alle Tage! Die Sonne scheint, der Schnee glitzert, für Herrchen und Frauchen gibt es kein Halten mehr. Sie sind sofort hell begeistert von der unglaublich breiten und flachen Loipe. Teilweise sind bis drei klassische Spuren vorbereitet, und im Skatingbereich können problemlos mehrere Personen zu gleicher Zeit auf gleicher Höhe sein und sich kreuzen.

Eine Traumkulisse, um Sport zu betreiben
Die Bergwelt ist stets im Blickfeld
Die Dörfchen bieten eine schöne Abwechslung
Was gibt es Schöneres, als in den Sonnenuntergang hinein zu laufen?

Und nicht genug damit. Daneben gibt es auch noch eine extra Spur für die Fussgänger. So kommen Langläufer, Fussgänger, ja gar Jogger, problemlos aneinander vorbei. Und all das inmitten einer mystischen Bergwelt. Herrchen und Frauchen haben sichtlich Spass daran, mit allen anderen Sportlern im Flow zu sein und während des Aktivseins die herrliche Umgebung und Natur zu geniessen. Es ist wirklich absolut nachvollziehbar, dass der jährlich statt findende Skimarathon sich grösster Beliebtheit erfreut.

Mehr Platz geht kaum!

Wind und kalte Temperaturen machen den Winter spürbar

Ich sag’s ja ungern, aber am zweiten Tag kommen Herrchen und Frauchen ziemlich geschafft von der Loipe retour. Das Wetter zeigt sich zwar nach wie vor von seiner besten Seite. Sie schimpfen aber doch etwas über den starken Wind, der während ihrer Langlaufrunde über die Seen gefegt ist. Kaum vorwärts seien sie gekommen. Und eiskalt sei es gewesen. Aber sie haben sich durchgekämpft. Ja das soll’s geben, dieser Wind ist hier über den Seen nämlich gar nicht so ungewöhnlich. Im Gegenteil, genau darum ist vor allem auch Silvaplana als Kitesailing-Eldorado, auch im Winter, bekannt. Ich stelle natürlich auch fest, dass es vor allem morgens und abends sehr kalt ist, selbst ohne Wind. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind wirklich enorm.

Aber mir macht das nichts aus, ich liebe die Kälte, ich liebe den Schnee. Darum freue ich mich besonders über die Spaziergänge und Wanderungen im Schnee, auf die mich Herrchen und Frauchen vor und jeweils nach ihrer Langlaufrunde mitnehmen.

Klare Abende und Nächte lassen die Temperaturen sinken
Ich glaube, ich bin absolut kälteresistent…

Die Qual der Wahl beim Entscheid für eine Winterwanderung

Vor dem gleichen Dilemma, der Qual der Wahl, stehen Herrchen und Frauchen auch, als sie sich eine Winterwanderung für mich aussuchen möchten. Denn hier sind die Möglichkeiten fast unerschöpflich: Zum Einen lässt es sich wunderbar über die gefrorenen Seen, oder Teile davon, wandern. Diese Strecke ist flach, von Maloja bis St. Moritz. Parkiert werden kann in allen Dörfern, von verschiedenen Orten ist die Seestrecke zugänglich. Zum Anderen gibt es unzählige urtümliche Seitentäler, welche ebenfalls mit Winterwanderwegen erschlossen sind. Herrchen und Frauchen nehmen mich mit in den Stazerwald. Dieser gefällt mir gleich auf Anhieb.

Die vielen Winterwanderwege verlaufen kreuz und quer durch die Landschaft. Stundenlang kann man sich hier vertun, das Gebiet rund um den Stazersee ist unglaublich weitläufig. Bis nach Samedan oder Pontresina könnte man gelangen. Das ist wohl auch der Grund, warum wir hier kaum andere Spaziergänger und Wanderer antreffen. Konzentriert sich vieles auf das Gebiet rund um die gefrorenen Seen, ist hier etwas abseits Ruhe pur angesagt. Die Natur lässt einem hier richtig Kraft tanken. Und für mich gibt es so viele neue Düfte zu entdecken. Kein Wunder, wir sichten nämlich viele Rehe, unzählige Eichhörnchen und gar einen Hirsch.

Schön präparierte Wanderwege im Stazerwald
Die Wege sind wie geschaffen für mich
St. Moritz – ja hier gefällt’s mir
Der zugefrorene und tief verschneite Stazersee
Wie schön, die ersten Spuren im Schnee zu ziehen
Dieser Spass könnte für mich ewig so weiter gehen

Oh, und was hör ich denn da? Pferde? Tatsächlich. Eine ganze Reihe Pferdekutschen zieht mitten im Wald an uns vorbei. Wie mir später erklärt wird, war das das traditionelle Schlitteda, eine kulturelle Tradition im Oberengadin. Die prozessionsartige Fahrt dieser vielen Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft wird von ledigen Paaren in Engadinertracht durchgeführt. Ein total eindrückliches Erlebnis, ich traute meinen Augen kaum, als so viele grosse Vierbeiner an mir vorbei galoppierten.

Alternativprogramm zum Langlaufen und Winterwandern

Was ich unbedingt noch loswerden will: Wem das Langlaufen oder Winterwandern nicht so zusagt, dem sei gesagt: Die Skipisten sehen hervorragend aus. So vernehme ich das jedenfalls von Herrchen und Frauchen, die ab deren Anblick richtig ins Schwärmen geraten. Die Schneesportmöglichkeiten sind also äusserst vielfältig.

Die Skigebiete sind bestens erschlossen

Und wer mit Sport so gar nichts anfangen kann: Die vielen kleinen und grösseren Dörfchen im Engadin sind absolut einen Besuch wert. Die Gegensätze scheinen sich hier anzuziehen. Ist St. Moritz als schillernde, glanzvolle Alpendestination mit viel Lifestyle bekannt, so sind die meisten anderen Dörfchen klein, charmant, malerisch und mit vielen Traditionen verbunden. Was einem nun mehr zusagt, sei jedem selber überlassen. Es ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei, mit oder ohne Sport!

Ortsteil von Maloja, zu Fuss oder auf den Langlaufskiern erreichbar

 

********************
Fellnasen-Fazit: Meine Menschen sind der Meinung, dass das Engadin genauso lohnenswert ist wie das Goms. Sei es für’s Langlaufen, oder für’s Winterwandern. Warum sich entscheiden, wenn beide etwas zu bieten haben und man abwechseln kann? Dieser Meinung bin ich auch. Dank den vielen Winterwanderwegen bin ich total auf meine Kosten gekommen und konnte mich voll auspowern. Und das ist die Hauptsache, sei es nun im Wallis oder eben im Bündnerland.
********************

 

Alle Informationen über die Region sind hier zu finden, inkl. interaktiven Langlauf- und Wanderkarten:

www.engadin.stmoritz.ch/winter/de/ 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.