Hochsommerliche Wandertage im vielseitigen Samnaun

besucht im August 2018

Hey Herrchen, kannst du bitte etwas vorsichtiger fahren?! Dieses Gerüttel hier hinten in meiner Box im Kofferraum ist ja wirklich unerträglich. Enge Kurven, schmale Strassen, dunkle Tunnels, also wirklich, so ganz geheuer ist mir das nicht. Herrchen und Frauchen lachen nur. Denn wir fahren im wahrsten Sinne des Wortes ans Ende der Schweiz, nach Samnaun.

Wander- und Shoppingparadies Samnaun

Dort angekommen, merke ich schnell, dass sich diese kurvige Fahrt auch für mich gelohnt hat. Das kleine Dörfchen Samnaun liegt im Dreiländereck von der Schweiz, Österreich und Italien, und zudem mitten in der Bergwelt. Nebst den vielen Wandermöglichkeiten – dazu erzähl ich euch gleich mehr – ist es vor allem bekannt für seine Dutyfree Shoppingmeile. Samnaun liegt als einzige Gemeinde der Schweiz im Zollausschlussgebiet und ist nur schon deswegen ein beliebtes Urlaubsziel, Sommer wie Winter. Herrchen und Frauchen erzählen irgendwas von der historischen Entstehungsgeschichte und dem Handel mit Tirol, aber ganz ehrlich, ich vermute, wegen dem Dutyfree-Shopping sind wir nicht hier. Nein, wir sind nämlich hergekommen, um erstens zu wandern. Und zweitens um den sehr heissen Temperaturen im Flachland zu entfliehen. Über 35°C sind einfach zu viel des Guten. Glaubt es mir, diese Flucht auf 1’844 m.ü.M. lässt mich umgehend fühlen, wie die Energie in meine vier Pfötchen zurückkehrt. Also wenn Sommer, dann bitte Bergsommer!

Sehe ich müde aus? Das muss an der Hitze im Tal liegen…
Hier oben ist es viel angenehmer, die Energie zum Wandern kehrt sofort zurück!
Ein Sommergewitter gehört zu einem Bergsommer wohl dazu.

Ein Paradies für Aktiv-Urlaub

Also wieso noch Zeit verschwenden? Kurz nach der Ankunft setzen wir unsere Beine in Bewegung. Wobei sich genauer gesagt nicht unsere Beine in Bewegung setzen, sondern die Gondel. Denn bereits ab der ersten Übernachtung in Samnaun sind die Bergbahnen und das Postauto in der Silvretta-Arena inbegriffen. Das ist ja mal sympathisch! Die Silvretta-Arena verbindet die beiden Sportgebiete Samnaun und Ischgl. Den Sommer über sind auf Samnaun wie auch auf Ischgl-Seite insgesamt fünf Bahnen für Wanderer und Biker offen, so dass man sich problemlos von einer auf die andere Seite bewegen kann. So kommen wir dann auch ganz schnell mit der Doppelstockbahn auf den Alp Trida Sattel, mitten in dieses über 250 km umfassende, grenzüberschreitende Wegnetz an markierten Wanderwege. Da hat man wahrlich die Qual der Wahl. Und wer es lieber auf zwei Rädern mag, dem stehen sage und schreibe 1200 Tourenkilometer zur Verfügung. Was will man mehr für einen gelungenen Aktiv-Urlaub?

Alles in nächster Nähe, Natur inklusive

Was mir hier in Samnaun wirklich gut gefällt, ist, dass ich während diesen Tagen nicht ein einziges Mal in meine Box im Auto muss. Es ist nämlich alles zu Fuss erreichbar, unmittelbar vom Dorf aus: Die Ausgangspunkte zu unseren Wanderungen, die Seilbahn, die Einkaufsmöglichkeiten, die Hotels, die Restaurants. Und dies inmitten einer wunderbaren Bergwelt. Diese grossartige Lage gibt dem Dörfchen einen ganz besonderen Charme, ein Gefühl, als gäbe es nichts ausser Samnaun und der wunderbaren Natur.

Ein Zeichen für Natur pur.

Sport- und Wellnesshotel Post****

Natürlich will ich euch auch noch berichten, wo wir übernachtet haben: Im Sport- und Wellnesshotel Post****, mitten im Dorf, zentraler geht kaum. Es gibt viele verschiedene Zimmerkategorien und -grössen, da müsste für jeden Geschmack etwas dabei sein. Ein schöner Wellnessbereich fehlt selbstverständlich nicht, auch wenn sich Herrchen und Frauchen bei diesen Temperaturen damit begnügt haben, diesem nur einen Augenschein zu verpassen. Dafür haben sie sich beim Nacht- und Morgenessen umso mehr Zeit genommen. Wie ich vernehme, lässt die Küche keine Wünsche offen.  

Sport- und Wellnesshotel Post****

Weil ja Wandern wie gesagt unsere Hauptbeschäftigung war, will ich euch unsere Routen nicht länger vorenthalten. Nachahmen ist selbstverständlich wärmstens empfohlen, für Vier- und Zweibeiner.

Rundwanderung zum Flimjoch (2-Länder-Route)

Gleich von der Bergstation Alp Trida Sattel auf 2’488 m.ü.M. marschieren wir los, und zwar Richtung Viderjoch, das bedeutet gleichzeitig Richtung Österreich. Eine Grenze zu Fuss zu queren, das muss ja spannend sein. Hab ich bis anhin in meinem jungen Hundeleben jedenfalls noch nicht erlebt. Auf dem Weg zum Viderjoch gelangen wir am tiefblauen Beschneiungssee und gar den letzten Schneefeldern vorbei. Ist das ein Heidenspass! Nach dem Viderjoch folgt ein kurzer, steiler Abstieg, ehe wir den eindrücklichen Felssturz unterhalb des Flimspitzes wieder hoch Richtung Flimjoch klettern. Herrchen und Frauchen stellen sich zum Teil ja recht amüsant an, um über die grossen Felsbrocken zu kraxeln. Mir fällt das viel leichter, so kann ich im nächsten Schneefeld mich wälzen und auf sie warten.

Oben auf dem Flimjoch auf 2’757 m.ü.M. angekommen, befinden wir uns nun auf österreichischem Boden. Aber nur für kurze Zeit, ehe es retour geht zu unserem Ausgangspunkt Alp Trida Sattel. Dabei passieren wir die idyllischen Seen mit dem einfallsreichen Namen ‘Bei den Seen’. Baden darf und will ich aber nicht darin, zu grün und braun erscheint das abgestandene Wasser. Umso mehr schätze ich dafür die vielen kleinen Bächlein mit richtig frischem Bergwasser, die wir überall wieder antreffen.

Distanz: ca. 9 km
Höhenmeter: ca. 550 Hm
Einkehrmöglichkeiten: Panoramarestaurant Alp Trida Sattel
Variante 1: Via Klettersteig auf die Flimspitze, 2’929 m.ü.M.
Variante 2: Mit der Sesselbahn hoch zum Viderjoch und von dort zu Fuss weiter.

Auf dem Weg hoch auf das Flimjoch
So warte ich gerne auf Herrchen und Frauchen
Was für eine Aussicht auf dem Flimjoch!
Eine Wohltat diese letzten Schneefelder.
Bergsommer pur!
‚Bei den Seen‘ – ja der Ort heisst wirklich so.

Fuorcla Curschiglias und Piz Motnair

Gemütlich startet diese Route als Waldwanderung ab Samnaun Dorf, sanft ansteigend den Hang hinauf auf einer Forststrasse. Bei der Waldgrenze angekommen, bietet sich uns ein erster toller Ausblick auf Samnaun Dorf und die umliegenden Berge. Dem Höhenweg Richtung Fuorcla Curschiglias folgend, kommt schon bald der Abzweiger rechts hoch zum Piz Motnair auf 2’732 m.ü.M. Die begraste Bergflanke sieht zwar von unten ganz schön steil aus, dafür aber auch sehr imposant. Für mich ist sofort klar, da müssen wir hoch, also gehe ich einfach diesen Weg entlang. Herrchen und Frauchen scheinen mir zu folgen. Und sind sich oben einig, dass sich die Mühen gelohnt haben. Was für ein schöner Aussichtsberg! Klar dass ich da wieder ein paar Mal mit auf’s Foto muss. Aber ich geniesse die Aussicht ja auch, also halb so schlimm.

Der Abstieg erfolgt wieder auf dem gleichen Weg, bis wir wieder auf der Route zur Fuorcla Curschiglias sind. Dort folgen wir stets auf der Höhe der Waldgrenze, ehe wir steil den Wald hinunter nach Samnaun Laret gelangen. Zurück nach Samnaun Dorf gelangen man mit dem Postauto oder zu Fuss dem Schergenbach entlang.

Distanz: ca. 13 km
Höhenmeter: ca. 1000 Hm
Einkehrmöglichkeiten: Samnaun Laret
Variante 1: Der Gipfel des Piz Motnair kann natürlich ausgelassen werden.
Variante 2: Nach dem Abstieg von Piz Motnair kann auf dem Hinweg wieder nach Samnaun Dorf zurückgekehrt werden.

Durch den Wald geht es zuerst sanft ansteigend nach oben.
Was Herrchen da wohl gerade sieht?
Auf dem Piz Motnair.
Ein kleines Gipfel-Selfie darf nicht fehlen.
Wandern gibt Durst…Fotoshootings auch.
Was für ein toller Aussichtsberg!
Na, wer sieht auch, was ich sehe?
Auf Höhe Waldgrenze geht es nach dem Abstieg weiter.
Die Kombination von Fels und Wald gefällt uns ganz besonders.
Schmale Wege sind toll, da darf ich immer voraus gehen.
Richtig idyllisch, nicht wahr?
Wald- und Wiesenwege bis Fuorcla Curschiglias.
Ganz schön anstregend so eine Wanderung….
Dafür wird man mit wunderbaren Blicken ins Tal belohnt.
Zwischendurch gönnen wir uns ein Päuschen und geniessen.

Salaaser Kopf mit Aussicht über die Gipslöcher

Wiederum starten wir direkt in Samnaun Dorf. Immer stetig ansteigend geht es auf einem Wiesen- und Forstweg durch das Val Musaun hoch. Begeistert lassen mich Herrchen und Frauchen wissen, dass dieser Weg hier im Winter genau die Piste sei, die sie schon runter gedüst seien, den so genannten Dutyfree-Run. Was das wohl wieder zu bedeuten hat? Ich sollte mir Samnaun wohl auch mal im Winter anschauen… Jedenfalls steigen wir hoch bis auf den Salaaser Kopf, 2’743 m.ü.M. Von hier aus haben wir eine wunderbare Rundumsicht auf die Täler und Gipfel der Silvretta-Arena, fühlen uns höher gelegen als alles andere um uns herum.

Spannend ist es aber auch, nach unten zu schauen. Wir sehen die sogenannten ‘Gipslöcher’, trichterähnliche Löcher im Gipsgestein, die von hier oben betrachtet aussehen wie eine bizarre Mondlandschaft. Ziemlich eindrücklich! Stets auf dem Bergrücken bleibend, wandern wir über den Greitspitz zum Viderjoch. Wie ich diese schmalen Wege liebe! Herrchen und Frauchen meinen, ich sei wohl schon als Wanderhund zur Welt gekommen. Vom Viderjoch geht es zurück zur Bergstation Alp Trida Sattel. Hier haben wir uns wahrlich was Leckeres verdient. Bei Herrchen und Frauchen gibt’s einen feinen Kaiserschmarrn. Bei mir immerhin ein paar Extra-Leckerlis.

Distanz: ca. 14 km
Höhenmeter: ca. 1’100 Hm
Einkehrmöglichkeiten: Panoramarestaurant Alp Trida Sattel
Variante: Der Aufstieg auf den Gipfelrücken des Salaasser Kopf ist nicht zwingend, man kann auch auf der Ebene der Gipslöcher direkt an diesen vorbei zurück zur Bergstation Alp Trida Sattel gelangen.

Das schöne Val Musaun.
Eine herrliche Erfrischung zwischendurch.
Fast sind wir oben auf dem Salaaser Kopf.
Eine wunderbare Rundumsicht auf dem Salaaser Kopf.
Gipfel nah und fern.

Stammerjoch

Wie könnte es anders sein, auch diese Wanderung startet in Samnaun Dorf, diesmal durch das schöne, saftig grüne und äusserst ruhige Val Maisas sanft ansteigend hinauf, stets mit dem Muttler im Blickfeld. Lange Zeit folgen wir dem Maisasbach, ehe wir ihn durch das breite Flussbett queren. Für Herrchen und Frauchen geht es über kleine Holz- und Steinbrückchen. Die brauche ich natürlich nicht, für mich gibt’s daher einen kleinen Badeplausch mit Abkühlung. Das tut so richtig gut, denn nun folgt ein steiler Anstieg bis hoch zum Stammerjoch auf 2’656 m.ü.M. Dabei passieren wir ein paar kleine, hübsche Bergseen. Herrchen muss da natürlich unbedingt einen längeren Fotostopp einlegen. Denn die Spiegelung der umliegenden Berggipfel im ruhigen Oberflächenwasser und die den See umgebenden Blumen könnten ein idyllischeres Bild kaum abgeben. Oben auf dem Joch angekommen, bietet sich uns auch hier eine wunderbare Aussicht. Der Abstieg erfolgt zuerst steil, dann immer sanfter durch das Val Chamins, retour nach Samnaun Dorf.

Distanz: ca. 11 km
Höhenmeter: ca. 800 Hm
Einkehrmöglichkeiten: keine

Idylle im Val Maisas.
Der Maisasbach schlängelt sich durch das Tal.
Immer wieder bestaunen wir dieses grüne Tal.
Wasser fehlt natürlich auch auf dieser Wanderung nicht.
Planschen – eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.
Die Schönheit der Natur ist einfach beeindruckend.
Hier könnte man unendlich lange verweilen.

Spaziergang zur Alp Bella

Zum Schluss möchte ich euch noch den Spaziergang zur Alp Bella ans Herz legen. Sei dies, weil das Wetter nicht so mitmacht, weil man nicht so viel Zeit zur Verfügung hat, oder aber weil man es einfach mal gemütlich angehen lassen möchte. Von der Bergstation der Alp Trida Bahn lässt sich eine schöne Runde gehen: In Richtung ‘Bei den Seen’ gelangt man zur Alp Bella, und via Talstation der Alp Trida Sattelbahn kehrt man zum Ausgangspunkt zurück. Diese leichte Wanderung ist ca. 8 km lang und 400 Höhenmeter sind zu überwinden. Das letzte Teilstück kann gar mit dem Sessellift zurück gelegt werden – so verringert sich die Strecke auf ca. 6 km und 160 Höhenmeter. In der Alp Bella kann man sich als Pause köstlich verpflegen lassen, insbesondere der frische Zwetschgenkuchen bleibt Herrchen und Frauchen in allerbester Erinnerung.

 

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Fellnasen-Fazit: Wandern ohne Ende! Ein besseres Fazit fällt mir für diese wunderschönen Sommertage in Samnaun bei bestem Willen nicht ein. Das idyllische Dörfchen ist Ausgangspunkt für Wanderungen in alle Himmelsrichtungen. Wer Bergbahnen und Einkehrmöglichkeiten zu schätzen weiss, den zieht es eher auf die Nordseite – wer es ganz ruhig und abseits mag, wählt eher die Südseite. So ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und nie taucht dabei das Gefühl auf, etwas zweimal gesehen zu haben, denn die Möglichkeiten sind fast unendlich. Solche Bergsommer-Tage darf es für mich ruhig öfters geben!

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Nützliche Links:

Informationen über die Region Samnaun:
https://www.samnaun.ch/de
https://www.samnaun-engadin.ch/

Sport- und Wellnesshotel Post****, Samnaun:
https://www.wellnesshotelpost.ch/

 

2 Antworten auf „Hochsommerliche Wandertage im vielseitigen Samnaun“

  1. Ciao Roger
    Vielen Dank für Deinen super Bericht und die tollen Fotos. Da möchte man doch glatt sofort nachreisen. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder einmal für einen langen und guten Austausch.
    Beste Grüsse, eine gute Zeit und bis bald
    -Alex-

    1. Lieber Alex, lieben Dank für deinen netten Kommentar. Ich melde mich bald bei dir und freue mich auch, dich wieder zu sehen. Herzliche Grüsse, Roger

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