Frühlingswanderung von Menzberg auf den Napf

besucht anfangs April 2018

Endlich, die Sonne scheint. Und sie scheint nicht nur, nein, sie wärmt auch schon richtig. Jetzt aber nicht’s wie los, wandern, meine lieben Menschen! Mein Herz hüpft richtig vor Freude, und ich hüpfe gleich mit. Frühlingsgefühle machen sich breit.

Aber das war’s dann auch schon. Langsam, langsam, ermahnen mich Herrchen und Frauchen. Denn obwohl hier im Flachland von Schnee weit und breit nichts mehr zu sehen ist, liegt bis weit unten verhältnismässig noch sehr viel Schnee für diese Jahreszeit. Mit Bergwandern ist also noch nichts… Aber dafür gibt’s doch auch tolle Frühlingswanderungen! Eine Wanderung, auf welcher man nicht mehr allzu viel durch Schnee kraxeln muss, und dennoch eine schöne Aussicht geniessen kann. Zu viel verlangt? Keineswegs. Denn mit genau einer solchen Frühlingswanderung eröffnen wir heute unsere Wandersaison. Das wird ja meine erste richtige Wandersaison, jetzt bin ich nämlich alt genug, um richtig mitgehen zu dürfen. Der Napf wird mir wohl ewig in Erinnerung bleiben.

Viele Wege führen auf den Napf

Herrchen und Frauchen schwelgen in ihren Jugenderinnerungen, wenn sie mir vom Napf erzählen. Denn der Napf ist ein allseitig beliebtes Wandergebiet. So beliebt, dass er immer wieder als Ziel für Schulreisen dient. Das Besondere am Napf ist, dass er mit unzähligen Wanderwegen aus allen Richtungen erschlossen ist. Gar eine ‘Sternenwanderung’ gab es an ihrer Schule – jede Klasse wählt einen anderen Weg, und alle treffen sich auf dem Napf. Ein Erlebnis, das in bester Erinnerung bleibt, wie es scheint. So ist es nicht verwunderlich, dass Herrchen und Frauchen noch nicht alle Wege kennen, und sich heute für einen ihnen noch Unbekannten entscheiden. Mir spielt das ja keine Rolle, es ist meine Premiere auf dem Napf, und Hauptsache Wandern. Okay, Frühlingswandern.

Die ersten Zeichen des Frühlings zeigen sich uns bald.
Bei diesen Frühlingstemperaturen tut eine Abkühlung gut.

Ab Menzberg durch eine urtümlich anmutende Schweiz

Ausgangspunkt ist Menzberg. Ab da geht es mal sanft ansteigend, mal leicht abfallend auf Hofzufahrten und Wiesenpfaden über grüne Hügelkuppen vorbei an verschiedenen Höfen. Schon sehr bald entpuppt sich diese Route als aussichtsreicher Höhenweg, denn stets präsentieren sich am Horizont zur Linken die Alpen-, zur Rechten die Jurakette. Genau so stellt man sich wohl die urtümliche Schweiz vor. Berge, einzelne Höfe, grüne Wiesen und weidende Kühe. Vor Fahrzeugen braucht man sich nicht in Acht zu nehmen. Denn ausser als Zubringer zu den einzelnen Höfen dienen die Wege lediglich als Wanderweg. Weder mit Auto, Bus noch Bahn gelangt man auf den Napf – was den Natur- und Geniesser-Faktor natürlich nochmals um einiges steigert.

Bereits nach einigen Minuten können wir das erste Mal die Aussicht geniessen.
So macht Wandern richtig Spass.
Na, wer kennt welchen Berg?
Sicht in die Berge aus verschiedenen Winkeln
Ja ich bin sehr zufrieden mit meiner ersten ‚richtigen‘ Wanderung.
Blick über die Emmentaler Hügellandschaft
Menzberg mit seiner thronenden Kirche
Typisch Schweiz, nicht?

Eine prima Wanderung für Jedermann

Nicht nur durch diese wunderbare, naturbedingte Ablenkung lässt sich der Weg sehr angenehm gehen. Auch bis auf einen letzten, etwas steileren Anstieg über einen Waldpfad hoch zur Stächelegg sind keine nennenswerten Steigungen zu bewältigen. Der Weg ist also problemlos mit Kindern machbar, und auch Wander(wieder)einsteiger werden ihre Freude daran haben, oder eben jüngere Fellnasen wie ich, die langsam auf die Wandersaison vorbereitet werden. Auch den Rucksack allzu schwer zu beladen, kann man sich getrost sparen. Unterwegs treffen wir auf verschiedene sog. Besenbeizen (z.B. Oberwaldegg, Stächelegg), wo der Durst gelöscht werden kann, und die Chrothütte ist sonntags gar bewirtet. Der Weg ist stets gut markiert mit Wander- oder Bikezeichen, denn auch für Letztere führen viele offizielle Routen durch die Region.

Schon gemütlich auf und ab.
Sanfte Hügel machen das Wandern angenehm.
Sonntags ist die Chrothütte bewirtschaftet.
Blick hoch zur Stächelegg

Panorama-Aussicht auf dem Dach des Emmentals

Nach dem letzten Anstieg auf dem Napf auf 1408 müM angekommen, wird ein weiteres Mal klar, warum der Napf so beliebt und bekannt ist. Er beeindruckt durch eine unglaubliche Weitsicht! Wobei Weitsicht fast untertrieben ist, denn ist ist eine Rundumsicht. Das Panorama reicht von der Alpenkette über das Mittelland gar bis hin in den Jura. Die verschiedenen Panoramatafeln animieren ungemein, eigens Berg für Berg zu benennen. Und wie lässt sich dieser Ausblick besser geniessen als bei Kaffee und einem feinen Stück Kuchen? Genau, auf der grosszügigen Sonnenterrasse des Hotel und Restaurant Napf.

Ab dieser Aussicht staune selbst ich.
Was für ein Panorama!
Happy Fellnase.
Mit meinem Frauchen.

Aber wisst ihr, was ich am Tollsten finde? Auf der Wiese vor dem Restaurant liegt noch eine kleine Schneedecke. Da lasse ich es mir natürlich nicht nehmen, mich ausgiebig darin zu wälzen und dabei die Sonne zu geniessen. Herrlich dieses Gefühl – Winter und Frühling in einem! Während ich mich ausgiebig den letzten Schneeflecken widme, nutzen Herrchen und Frauchen die Zeit, sich einige interessante Fakten über den Napf anzueignen. Der Napf ist nämlich – auch wenn im hintersten Teil gelegen – das Dach des Emmentals. Die Kantonsgrenze Bern-Luzern verläuft nur wenige Meter neben dem Restaurant.

Hotel / Restaurant Napf
Schnee ist und bleibt meine grosse Liebe.
Für Fotos lasse ich mich nur ungerne unterbrechen.
Schnee auf den letzten Metern.

Leinenpflicht für Vierbeiner im Frühling

Zum Thema Frühlingswanderung gibt es im Kanton Luzern eine für Hundebesitzer wichtige Regelung: die temporäre Leinenpflicht. Wir Vierbeiner müssen jeweils zwischen dem 1. April und dem 31. Juli im Wald und am Waldrand an der Leine geführt werden, zum Schutz der Wildtiere in der Hauptsetz- und Brutzeit. So sehr ich es ja liebe, frei rumzurennen – selbstverständlich halten wir uns an diese Regel, im Wald und in dessen Nähe geht’s ab an die Leine. Zu Recht: In einem Waldstück treffen wir nämlich 2 Rehe an.

Wir halten uns an die Regeln.
Im Wald gibt es allerlei Geräusche und Düfte.

Goldwaschen, ein Spass für Gross und Klein

Noch ein kleiner Tipp für alle, die das Wandern gerne noch mit einem weiteren Erlebnis verbinden möchten: Das Napfgebiet ist auch sehr bekannt für Goldgräber. Goldwaschen kann sich also lohnen, denn hier ist Gold tatsächlich in kleinen Mengen vorhanden. In der Region finden sich verschiedene Angebote für diesen aufregenden Spass!

 

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Fellnasen-Fazit: Die Wanderung auf den Napf hat sich in der Tat als perfekte Frühlingswanderung erwiesen. Der Weg ist bereits anfangs April frei von Schnee (bis auf den letzten Abschnitt, wo es noch einige Schneefelder hatte). Die Kombination von atemberaubenden Ausblicken und einem angenehm zu gehenden Weg lassen den Napf zu einem perfekten Ausflugsziel für Vier- und Zweibeiner werden. Ich glaube, Herrchen und Frauchen hätten meinen Wandereinstieg nicht besser gestalten können.
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Wegbeschreibung kompakt

Anreise mit dem Postauto bis zur Haltestelle Menzberg Oberlehn, oder Parkieren bei dieser Haltestelle, mehrere Parkplätze sind vorhanden. Der Weg ist mit offiziellen Wegweisern mit der Richtung ‘Napf’ beschildert, Zeitangabe 2h 30min. Via Oberlehn – Oberwaldegg – Gmeinalp – Stächelegg auf den Napf. Gleicher Weg retour, oder via Oberchrache und Paradiesli. Ca. 16.5 km, ca. 600 Höhenmeter.

Eine tolle Frühlingswanderung.

Alle Informationen zum Hotel und Restaurant Napf, auch mit vielen Tourentipps:
www.hotelnapf.ch

Wandern im Napfgebiet, mit Infobroschüre:
http://www.willisau-tourismus.ch/de/broschueren/wandern-im-napfgebiet

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